Gedanken - Sehen
Sehen mich meine Freunde wie ich bin?
Oder sehen sie nur ein Bild von mir,
dass sie sich gemacht haben,
dass sie sehen wollen?
Bin ich vielleicht selber schuld,
dass sie jemand anderen sehen?
Oder mich nicht ganz, von allen Seiten?
Verstecke ich meine wichtigen Gefühle?
Mein wahres Ich?
Dabei will ich mich doch nur schützen,
nicht zu viel preisgeben,
um nicht zu sehr verletzt zu werden.
Aber sterben dadurch nicht meine innersten Gefühle und Gedanken ab,
wenn ich sie nicht auch mal laut aussprechen?
Ich versuche echt zu sein,
offen auf Menschen zuzugehen,
sie an meiner Freude und Begeisterung teilhaben zu lassen,
in der Hoffnung,
dass auch sie sich öffnen.
Manchmal funktioniert das,
manchmal nicht.
Doch meine traurigen Gedanken,
das was mich bedrückt,
das verschließe ich tief in mir.
Ich will ja die Menschen mit meinem Lachen anstecken,
nicht mit meinem Weinen.
Also weine ich nicht.
Immer stark sein und realistisch,
Träume sind nur im Herzen erlaubt.
Sehen mich meine Freunde, meine Familie
nur als die Hälfte von mir,
die meist fröhlich zu sein scheint,
oder vielleicht mal gestresst und müde?
Mögen dann meine Freunde auch nur
Diese Seite an mir
und gar nicht MICH?
Seh ich meine Freunde überhaupt richtig?
Woran erkenn ich, ob sie sich mir ganz öffnen?
Ob sie mir IHRE ganzen Gedanken und Gefühle zeigen?
Ist das der Punkt, wo die Freundschaft anfängt?
Oder aufhört?
Wo man sich vertraut?
Wo man sich öffnet und darauf baut,
dass der andere es auch tut?
Klar, das geht langsam,
braucht Zeit,
zu wachsen und zu reifen.
Aber woher weiß ich nun,
ob ich meine Freunde seh wie sie SIND?
Ob sie mich sehen wie ich BIN?
Dass wir nicht nur Phantasiegestalten mögen oder lieben,
die in Wirklichkeit anders sind,
wir es vielleicht bloß nicht sehen wollen?
Belügen wir uns die ganze Zeit selbst?
Bauen wir uns eine Scheinwelt
in der wir dann leben ohne es zu wissen?